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  Donnerstag 14.30 bis 16.30 Uhr
Thursday 2.30 to 4.30 p.m.
 
 

PANEL I
Männlichkeitskonstruktionen in der Migration
Migration and Constructions of Masculinities

 
  Moderation: Prof. Dr. Rudolf Leiprecht and Dr. Dursun Tan, Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Sprache: Deutsch / Language: German
Raum/Place: BIS-Saal
 
 

In der Wissenschaft ist – trotz ihres androzentrischen Charakters - die Erforschung von Männlichkeitskonstruktionen von Migranten lange Zeit eine Leerstelle gewesen. Das schuf Raum für mediale Konstruktionen von Männlichkeitsbildern über Migranten. So werden in der Öffentlichkeit Bilder über männliche Migranten reproduziert, in denen sie nahezu ausschließlich mit Hypermaskulinität, Gewalt und Gefahr in Verbindung gebracht werden. Das gilt insbesondere für die Berichterstattung zu migrantischen Männlichkeiten im Kontext des Islam. Vor dem Hintergrund der scheinbaren Evidenz der Beschreibungen ist die Frage zu klären, ob eine dominante migrantische Männlichkeit überhaupt auszumachen ist, oder ob nicht vielmehr von einer Pluralität unterschiedlicher, miteinander konkurrierender Männlichkeiten ausgegangen werden muss. Ausgehend von der methodologischen Frage, wie nützlich intersektionale Ansätze zur Erforschung migrantischer Maskulinitäten sind, werden in diesem Panel Forschungsergebnisse zusammenzutragen, die sich der Fragestellung widmen, wie sich Männlichkeiten in der Migration formen bzw. durch die Migration aufbrechen und verändern. Margret Spohn stellt ihre Untersuchungsergebnisse über die erste Generation türkischer Migranten vor. Danach steht dann die 2. Generation im Mittelpunkt. Ayça Polat referiert über Heirats- und Trennungsmuster von Migrantinnen und Migranten der zweiten Generation. Katrin Huxel öffnet das Thema in ihrem Vortrag „Männlichkeit als narrative Konstruktion“ für theoretische Reflexionen über die Intersektionalität von Geschlecht und Ethnizität in biographischen Erzählungen. Am Beispiel der zweiten Generation türkischer Väter vertieft Michael Tunç auf der Basis seiner empirischen Studien die Diskussion über den notwendigen Theorierahmen bei der Erforschung von Männlichkeiten in Transitionen. Zum Abschluss fragt Rudolf Leiprecht, ob Individualisierung eine angemessene Antwort auf die in vielen Studien implizit vorhandenen Kulturalisierung ist?
Die starke Akzentuierung von türkisch-deutschen Migranten im Panel folgt der Logik der Größe der Bevölkerungsgruppe und der Thematisierung im Diskursfeld in Deutschland. Entlang der Entwicklungslinie von der ersten zur zweiten und partiell der dritten Generation dient das Panel auch dem Empirie-Theorie-Transfer.

 
  Panel speakers/ReferentInnen:  
 

Die 1. Generation türkischer Männer in Deutschland Abstract (deutsch)
Dr. Margret Spohn, Stelle für interkulturelle Zusammenarbeit der Stadt München, Germany

 

Heirats- und Trennungsmuster von Migranten der 2. Generation in Deutschland Abstract (english) / Abstract (deutsch)
Dr. Ayça Polat, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Germany

 
Männlichkeit als narrative Konstruktion. Die Intersektionalität von Geschlecht und Ethnizität in biographischen Erzählungen von Migranten Abstract (deutsch)
Katrin Huxel, MA, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Germany
 
Transformationen von Männlichkeiten in der deutschen Migrationsgesellschaft. Erzählte Lebensgeschichten von Vätern der zweiten Generation türkischer Immigranten Abstract (english) / Abstract (deutsch)
Dipl. Soz.-Päd. Michael Tunç, Bergische Universität Wuppertal, Germany
 
Ist Individualisierung eine angemessene Antwort auf Kulturalisierung? Abstract (deutsch)
Prof. Dr. Rudolf Leiprecht, Carl von Ossietzky University of Oldenburg , Germany